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Startseite » Blog » Aktuelles » Anna Fromm (RUSH) – „Ich bin ganz klar pro Kollektiv!“

Anna Fromm (RUSH) – „Ich bin ganz klar pro Kollektiv!“

von Haus der Selbstständigen,
veröffentlicht am 5. Mai 2022
5. Mai 2022 |
von Haus der Selbstständigen |


Anna Fromm vom Leipziger Kurierkollektiv RUSH stellte die gemeinsame Berufspraxis von Solo-Kurier*innen in einer GbR vor. Kollektives Arbeiten und Organisieren kann schwierig sein, am Ende aber lohnt es sich immer – so das Fazit der Veranstaltung. Anna kooperiert als Solo-Selbstständige mit dem HDS und wir freuen uns, dass sie ihre praktische Expertise mit anderen Solo-Selbstständigen teilt.

„Ich werde es auch nicht schönreden: Kollektives Arbeiten ist ganz wundervoll, es kann aber auch unheimlich anstrengend sein. Darüber muss man auch sprechen.“

Anna Fromm

Keine einseitige Frontalveranstaltung versprach Anna – und obwohl immer noch im digitalen Raum – hielt sie ihr Wort. Die Vorstellung der praktischen Arbeit in einem Kurierkollektiv war dank vieler Fragen und des regen Austauschs sehr kurzweilig. Die Teilnehmer*innen kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen (wobei die Vertreter*innen der Baumpflege-Branche die Überzahl bildeten). Alle einte das Interesse, aber auch, noch wenig Erfahrung in Bezug auf kollektive Zusammenarbeit in einer Rechtsform zu haben.

Wer ist RUSH?

RUSH ist ein Leipziger Kurierkollektiv, das seit 2019 in der Rechtsform der GbR besteht. Emissionsarm, schnell und kollektiv organisiert, wird vom Briefumschlag über Europalette und Gemüsekiste bis zum Lebkuchen alles durch die Stadt Leipzig gefahren.

Heute besteht das Kollektiv aus acht bis zwölf Fahrer*innen mit unterschiedlichen Arbeitszeiten und -verschiedenem Arbeitsumfang. Viele kommen nicht aus der Logistik. Aufgrund der körperlichen Anstrengung besteht Fluktuation – was aber auch viel frischen Wind mit sich bringt, meint Anna.

Als soloselbstständige*r Fahrer*in ist es schwierig, planbar und kontinuierlich Geld zu verdienen und gut behandelt zu werden. Anna selbst ist bereits über Vermittlerzentralen gefahren. Dies bedeutet vor allem: schnell genug sein, Ellbogen ausfahren und trotzdem nicht wissen, ob das Geld am Ende des Tages reicht. So sieht der Alltag von vielen Fahrradkurier*innen weltweit aus. Das macht neben dem täglichen Einkommen auch die Lebensplanung sehr unsicher.

Gründung einer GbR

Bereits bei unserer Plattformtagung im Herbst 2021 berichtete Anna von ihrer Erfahrung als solo-selbstständige Kurierfahrerin in einem Kollektivbetrieb. Denn gegen die Vereinzelung war die Lösung für Anna und ihre Mitstreiter*innen die Gründung eines Kollektivs, ab 2019 in der Rechtsform der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Unterstützung in vielen Fragen bot das Fahrwerk Kurierkollektiv aus Berlin. So konnte RUSH davon profitieren, dass andere Kollektive den Weg schon vor ihnen beschritten – vor allem in Bezug auf den Bürokratieaufwand und beim Vertrag. Der GbR-Vertrag regelt alles: neben allgemeinen Fragen z. B. zur Bezahlung und Probezeitregelung auch spezifische Bedürfnisse und politische und soziale Zielsetzungen. So ist im Vertrag auch festgehalten, was kollektives Arbeiten für RUSH bedeutet. Zusätzlich steht die Förderung von anderen Kollektivstrukturen und SoloS im GbR-Vertrag. Daneben kooperiert RUSH mit der Fulmo Kurierunion GbR. Das ist gelebte Solidarität!

Warum nicht eine Genossenschaft?

Schnell wurde klar: Es gibt nicht die eine ideale Rechtsform, wenn es um kollektive Zusammenarbeit geht. In Abhängigkeit von der Größe des Kollektivs, den Bedürfnissen – Wer haftet in welcher Höhe und wofür? Wer hat wieviel Zeit? Wie soll die Zukunft aussehen? – und dem Grad der Erfahrung, wurde auch die Genossenschaft (eG) als Rechtsform diskutiert. Übrigens: Alles Wissenswerte zum Thema Genossenschaften für Solo-Selbstständige findest du in unserem Wissenspool.

Kollektives Arbeiten – wie geht das?

Bei RUSH wird der Arbeitsalltag und die Arbeitslast gemeinsam bewältigt und Entscheidungen gemeinsam getroffen. Unabhängig von der Rechtsform ging es in erster Linie um die Frage: Wie organisiere ich das gemeinsame Arbeiten überhaupt? Anna plädiert für Arbeitsgruppen. Die Aufgabenteilung ermöglicht, dass Plena (bei RUSH alle zwei Wochen) nicht so endlos lang geraten und jede*r Fahrer*in ihre und seine Kompetenzen in das Kollektiv einbringen kann (z.B. Akquise, Social Media, Technik, Buchhaltung etc.). Trotz langwieriger und auch kräftezehrender Findungsprozesse sind die Entscheidungen, die am Ende stehen, immer die besseren, so Anna. Dass es dabei im Kollektiv zu Konflikten kommt, ist unvermeidbar. Bisher wurden fast immer Lösungen gefunden – doch der richtige Umgang damit muss immer wieder erprobt werden.

Manche Aufträge sind für eine*n einzelne*n Kurier*in einfach nicht zu stemmen – in einem Kollektiv aber sind selbst größere Aufträge kein Problem mehr. Aufgrund des gemeinsamen Kund*innen-Stamms ist auch Urlaub möglich, ohne gleich Angst zu haben, die Kund*innen zu verlieren. Ebenso können Konflikte mit Kund*innen gemeinsam gelöst werden.

„Eigentlich will ich sagen, dass Kollektive supi sind!“

Anna Fromm

„Im Kollektiv schafft man nicht nur für sich selbst ein angenehmes Arbeiten, sondern schafft gemeinsam für noch mehr Menschen ein solidarisches und angenehmes Arbeitsleben, was ja auch wirklich gar nicht so einfach ist. Logistik ist einfach in den meisten Fällen ein knochenharter Job, der schlecht bezahlt ist.“ Anna macht ihre Arbeit Spaß. Sie fährt mit Gleichgesinnten zu einem guten Lohn den ganzen Tag Fahrrad und resümiert: „Diese Möglichkeit hätte ich allein als Solo-Selbstständige nicht.“

Teilt euer Wissen!

Der rege Austausch und die vielfältigen Nachfragen auch weit nach offiziellem Ende der Veranstaltung, haben uns einmal mehr gezeigt wie wichtig der Austausch und Wissenstransfer zu Fragen kollektiven Handelns und Organisierens unter Solo-Selbstständigen ist. Dafür möchten wir einen Raum bieten und freuen uns über alle, die Lust haben, ihre Initiative, ihre kollektive Struktur, ihre Genossenschaft vorzustellen, von ihren Erfahrungen zu berichten und andere an ihrem Wissen teilhaben zu lassen.

Text: Judith Lau


Weiterführende Links

HDS: Zum Thema Genossenschaften und Beratungsangebot: Selbstbestimmt im Kollektiv. Warum Solo-Selbstständige Genossenschaften gründen.

HDS: Die Nachbereitung unser ersten Plattformtagung.

selbststaendigen.info (ver.di), Ratgeber Selbstständige: Gesellschaftsformen und -verträge.

IHK Leipzig: Zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Zu den genannten Kollektiven

Fahrwerk Kurierkollektiv GmbH.

Fulmo Kurierunion GbR.

RUSH Kurierkollektiv.

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