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Digitales Forum #2

Genossenschaften damals und heute

Zweites digitales Forum der Veranstaltungsreihe
Genossenschaften: Selbstbestimmt im Kollektiv

Mittwoch, 31. März 2021, 18.00-20.30 Uhr 

Zoom-Link wird nach erfolgter Anmeldung zugeschickt.

Genossenschaften damals und heute

Geschichte und Aktualität von (Produktiv­) Genossenschaften

Die Idee der modernen Genossenschaft in Deutschland entstand mit voranschreitender Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Genossenschaften waren der Versuch, die größer werdende soziale und wirtschaftliche Not der Arbeiter*innen und der Gewerbetreibenden zu mindern. Insbesondere die sogenannten Produktivgenossenschaften soll(t)en den Mitgliedern nicht nur Miteigentum am und Mitbestimmung im Betrieb sichern. Sie ermöglich(t)en dem Einzelnen Schutz auf dem freien Markt durch Kollektivität und einen sichere(re)n Arbeitsplatz und damit Lebensunterhalt.

Laut Genossenschaftsforschung entstehen Produktivgenossenschaften nach wie vor in Krisenzeiten. Die aktuelle Coronakrise stürzt auch heute vor allem die Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständigen in wirtschaftliche, soziale und auch psychische Not.

Wir werfen daher die Frage auf, inwieweit der genossenschaftliche Betrieb ein möglicher Ausweg aus der Krise sein kann, bei dem die Solo-Selbstständigkeit aufgegeben werden kann – aber nicht muss.

Dr. Thomas Keiderling (Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e. V., leitender Kurator des Deutschen Genossenschaftsmuseums im Schulze-Delitzsch-Haus) blickt zurück auf die Geschichte der Genossenschaften und ihre Wurzeln in der ostdeutschen Region mit einem der beiden Ideengeber Hermann Schulze-Delitzsch.

Dr. Clemens Schimmele ist Genossenschaftsforscher, Genossenschaftsgründer und Gewerkschafter. Er erläutert die verschiedenen Genossenschaftsarten, insbesondere den Typ und die Bedeutung der Produktivgenossenschaft.

Magdalena Ziomek ist Geschäftsführerin und Vorstand der Smart eG für Kunst- und Kulturschaffende. Sie berichtet, wie die genossenschaftliche Praxis aussieht und worin konkret die Vorteile für solo-selbstständige Mitglieder liegen.

Veranstaltungsreihe Genossenschaften: Selbstbestimmt im Kollektiv

Der große Vorteil der Solo-Selbstständigkeit liegt vor allem in der persönlichen Selbstbestimmung. Die Kehrseite dieser Erwerbsform bilden allerdings finanzielle und soziale Risiken und damit verbundene Unsicherheits- und Vereinzelungsgefühle. Die eingetragene Genossenschaft (eG) hingegen stellt eine Form des gemeinsamen Geschäftsbetriebes dar, der Selbstbestimmung ermöglicht und zugleich die Risiken auf kollektive Schultern stellt. Sie fußt auf den Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung, in der eine demokratische und solidarische Unternehmensführung geradezu strukturell angelegt ist. Die Mitglieder sind gleichberechtigte Miteigentümer*innen ihres Betriebes und bestimmen über dessen wirtschaftliche und soziale Zielsetzungen. 

Wir vom Haus der Selbstständigen wollen diese beinahe 150 Jahre alte Form der kollektiven Interessenvertretung genauer betrachten. Gemeinsam mit Solo-Selbstständigen und Expert*innen soll die Veranstaltungsreihe dazu anregen und ermutigen, sich mit der Genossenschaftsidee zu beschäftigen. Weitere Termine findet ihr zukünftig auf unserer Homepage. Abonniert auch unseren Newsletter!